Neujahrswunsch 2023: Mehr Unabhängigkeit vom Algorithmus

Der heilige Algorithmus. Er leitet uns durch die digitale Welt, egal ob als Creator oder Konsument. Spannend und schade zugleich. 

Als Konsument:in ist es praktisch, nur noch Dinge zu sehen, die wir mögen. Es motiviert uns zu bleiben – das ultimative Ziel einer jeden Social Media Plattform. Spaß in Dauerschleife, die eigene Meinung on repeat und alles andere kann man easy mit „nicht interessiert – passt nicht in meine Bubble, danke“ wegklicken. Dadurch verlernen manche Leute, dass andere Lebensrealitäten und Perspektiven existieren. Deswegen gehen manche sofort auf die persönliche Ebene, wenn jemand etwas anders sieht. Warum diskutieren, wenn man degradieren kann?!

Aus Creator:innen-Sicht ist der Algorithmus ein spannendes Druckwerkzeug, denn er muss gefüttert werden. Wenn man das nicht tut (oder mit den „falschen Dingen“, wie die Revolution im Iran), dann bestraft er dich mit Nichtbeachtung. Deswegen will man ihn – sofern man darauf angewiesen ist – nicht verärgern. Produziert unter Druck, fordert auf zu interagieren, damit er nett bleibt und einen auch mal vorschlägt. Oder wenigstens nicht vergisst.

Aber das heißt nicht, dass „früher alles besser war“ und der Algorithmus böse ist. Aber er hat Power! Mit seiner Hilfe kann man auf Missstände aufmerksam machen, wenn alle an einem Strang ziehen; man kann gemeinsam eine Welle der konstruktiven Kritik lostreten und erfährt schneller positive Situationen, die motivieren mitzumachen. Der Algorithmus hilft auch sich in diesen Krisenzeiten abzulenken und mental aufzutanken, Spaß zu haben, Tipps und Infos einzuholen, die interessieren. Das alles ist gut. 

Ich bin dankbar für all den spannenden, witzigen, lehrreichen, informativen, musikalischen, ästhetischen, persönlichen Content, den ich dieses Jahr habe konsumieren dürfen. Egal ob hier oder auf anderen Plattformen.

Für 2023 wünsche ich mir aber, dass wir uns (und ich schließe mich zu 100% ein) trotzdem weniger vom Algorithmus abhängig machen. Bewusst andere Lebensrealitäten anschauen, kein schlechtes Gefühl haben, wenn der Algorithmus einen abstraft und kurz durchatmen, wenn jemand eine andere Meinung hat.

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